Barbara Lüdecke: Auszug aus der Chronik des F.W. Kalthoff

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Julius Kalthoff

Julius Kalthoff wurde geboren am 26. September 1883 Mittwoch morgen, 4 Uhr im Schulgebäude zu Emmerich. Er kam fast leblos zur Welt, vor und nach hat er sich aber zur Zufriedenheit entwickelt. Er wurde getauft am Sonntag den 4. Nov. 1883 vormittags durch Pfarrer Vielhaber. Seine Pathen sind 1) Julius Trappmann, Sattlermeister zu Duisburg, der Vetter meiner Frau 2) Frau P.W. Kalthoff, Großmutter des Kindes.

17. October 1887 - Julius ist das stärkste, blühendste und lebhafteste aller unserer Kinder geworden. Seine Redewendungen sind zum Lachen drollig und zeugen von sehr gutem Begriffsvermögen. Er läuft schon stundenweit mit allen über, singt, springt, lacht und scherzt den ganzen Tag und ist überglücklich, wenn man ihm nur kleine Gefälligkeiten erweist. Er ist "Papa sein treue beste Sohn" und "Mama sein treue beste Fillux". Daneben unser aller liebes Herzblatt. Ihn der Kleinkinderschule zuzuführen, würde ihn in höchsten Grade unglücklich machen, darum wir dasselbe auch unterlassen wollen.

24. Juni 1888 - Zu unserem Bedauern haben wir ihn anfangs dieser Woche der Verwahrschule zuführen müssen, da es seiner Mama unmöglich wurde, ihn selbst noch ferner zu beaufsichtigen. Er hat schon viel darum weinen müssen. Es fehlt ihm da wie allen Kleinen das trauliche, freundliche Mutterherz. O kindlicher Frohsinn, was schlägt man Dich in Fesseln!

18. Januar 1891 - Jetzt ist er Schüler der 1. Abteilung der 3. Klasse bei Kollege von der Heydt. Er hat sein fröhliches, munteres Wesen wiedergewonnen. Er ist dabei aber oft unbesonnen!

25. April 1892 - Im letzten Schuljahr saß Julius in der 2. Abteilung der Mittelklasse. Am 31. März ist er in die 1. Abteilung versetzt worden. Er spielt in den Mußestunden gern und viel mit dem kleinen Richard.

15. April 1894 - Nachdem Julius nun 1 Jahr lang die 1. Klasse unserer Volksschule besucht hat, ist er am 10. April des Jahres in die Rektoratschule gekommen. Er zeigt sehr guten Willen und vertreibt seine freie Zeit gern mit Klavierspielen.

3. September 1897 - Julius besucht noch die Rektoratschule, daneben auch den Confirmandenunterricht bei Pfarrer Reinhard. Wir sehen mithin seiner Konfirmation am nächstjährigen Palmsonntag entgegen. In diesem Sommer war er eifriger Besucher der Städtischen Badeanstalt.

8. März 1898 - Julius ist jetzt eifrig mit dem Auswendiglernen des "Leitfadens" beschäftigt. Am Palmsonntag findet die Konfirmation und 8 Tage vorher die Prüfung statt.

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